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100% API

Als wir gestern Abend über den Kauf von Instagram durch Facebook fachsimpelten, fiel mir ein Detail auf, das in den meisten Artikeln zu dem Thema höchstens nebenbei erwähnt wurde: Instagram ist beinahe 100% API. Es gibt keine nennenswerte Website, nur eine Landing-Page mit Links zu den App Stores und ein UI zum Editieren des eigenen Accounts. Man kann sich nirgendswo über das Web einloggen, Kontakte verwalten, Fotos liken oder was auch immer; all diese Funktionen konnte man stets nur über die offiziellen Instagram-Apps nutzen können.

Gleichzeitig entstand im Laufe der Monate ein umfangreiches Ökosystem an Third-Party-Apps, die über die API mit Instagram kommunizierten. Alternative Clients, iOS-Spiele, Viewer-Apps und natürlich auch ganz normale Web-Apps, die die oben erwähnte Lücke zu schließen versuchten.

Man hat sich also nicht nur getraut, die eigene Präsenz auf mobile Apps zu beschränken, sondern von Anfang an Entwicklern die Möglichkeit zu geben, über eine vergleichsweise offene API eigene Anwendungen zu entwickeln. Instagram, ein Unternehmen mit gerade mal 15 Mitarbeitern, wurde dadurch nahezu omnipräsent. Und hat nicht zuletzt dadurch 30 Millionen Nutzer gewonnen und nun den Akquisitionsjackpot geknackt.

Ich finde, darüber sollte jedes Unternehmen, das immer noch überlegt, ob sich denn eine API überhaupt lohnen würde, intensiv nachdenken.